19.01.2018

Wehrleute machen es sich gemütlich

Bornhöved (der) Nach Fliesenkleber richt es, feiner Staub von zerschnittenen Kacheln zieht durch

die Luft, in der ein Dutzend Bornhöveder Feuerwehrkameraden ihre handwerklichen Qualitäten

beweisen. Im Feuerwehrhaus gibt es derzeit viel zu tun, und Wehrführer Hans-Jürgen Tüchsen ist

froh, dass in den Reihen der Wehr gleich eine ganze Reihe von geschickten Männern ist.

"Die Gemeinde hat großzügig geplant, damit alles Notwendige abgedeckt wird", erklärt Tüchsen,

"aber das Geld ist knapp." Um möglichst viel aus dem Etat zu machen, beteiligen sich die Kameraden

in Form von Eigenleistung. 2500 Stunden haben sie bisher eingesetzt: als Dachdecker, Fliesenleger,

Maurer oder Elektriker. "1000 Stunden werden wohl noch dazukommen", schätzt Tüchsen.

In sechs Wochen soll alles bis hin zu Türen und Tapeten fertig sei. Dann müssen die 58 Aktiven und

die Jugendwehr ihre Einsätze nicht mehr bei den Löschfahrzeugen in der Fahrzeughalle vorbereiten,

sondern im Schulungsraum.

Bis es richtig gemütlich wird, wird noch einiges gebracht. "Tische, Stühle, Gardinen", zählt Tüchsen

auf. Auch Geschirr. "Einbauküche und Kacheln wurden gespendet", freut er sich. Auf Sponsoren

hoffen die Kameraden auch weiterhin. "Die Gemeinde bezahlt immer das Billigste. Wir haben uns

aber darauf geeinigt, dass wir das kaufen, was uns gefällt und den Differenzbetrag selbst tragen."

So wird aus der Kameradschaftskasse die Bordüre in den Sanitärräumen ebenso bezahlt wie der

Unterschied zwischen einer billigeren Paneele und einer schmucken Kassetten-Decke im

Schulungsraum. Wenn die neue Heimat richtig schön hergerichtet ist, sollen zunächst die Kameraden

und einige besonders verdiente Gäste feiern. Die Bornhöveder Öffentlichkeit wird etwas später zu

einem Tag der offenen Tür eingeladen. "Sonst würden genau die Kameraden, die jetzt arbeiten,

bestimmt am Tresen stehen und die anderen Leute bewirten", erklärt Tüchsen. Aber gerade die,

die in ihrer Freizeit Kelle und Hammer geschwungen haben, hätten es besonders verdient, einmal

mit ihren Frauen ihr Werk so richtig zu feiern.

 

Kieler Nachrichten vom 02.05.2001