09.03.2010

 

Trappenkamp

 

Geschichte

Die Siedlung und heutige Gemeinde Trappenkamp hat eine ganz besondere Entstehungsgeschichte, die nicht nur im Lande Schleswig-Holstein ihresgleichen sucht. Sie ist eine Nachkriegsgründung, noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts hat es keinen Ort Trappenkamp gegeben.

Die Auswirkungen der letzten Eiszeit formten das relativ ebene Landschaftsrelief des Trappenkamper Raumes und prägten somit die späteren Entwicklungsphasen in der Region entscheidend vor.

Als direktes Siedlungsgebiet schien der sandige, kaum ertragreiche Boden den Menschen von jeher ungeeignet. Umgekehrt begünstigten gerade diese Faktoren die in preußischer Zeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Nutzung der damals noch so genannten Gönnebeker Heide als Exerzierplatz für die Kavallerie und Infanterie.

Dem Verkauf des Platzes im Jahre 1901 folgten Aufforstungsmaßnahmen, bevor die Militärs erneut Präsenz zeigten. 1935 ließ die Kriegsmarine inmitten des inzwischen hochgewachsenen Waldes ein Sperrwaffenarsenal anlegen, das die Seefronten bis 1945 mit Nachschub versorgte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit seinen katastrophalen Folgen gelangten Flüchtlinge und Vertriebene, die sich hier eine neue Existenz aufbauen wollten, in das unversehrt gebliebene Arsenal. Dabei galt es, zahlreiche Widerstände zu überwinden. Die ersten Trappenkamper, viele von ihnen stammten aus dem Sudetenland, lebten in den ersten Jahren nicht nur in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen, auch die Siedlung Trappenkamp war lange Jahre nur ein Provisorium.

Von einem gesicherten Fortbestand des Ortes Trappenkamp kann erst seit Ende der 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts die Rede sein.

 

Ortsname Trappenkamp

Der Ortsname „Trappenkamp“ entspricht der alten Flurbezeichnung für Teile unseres heutigen Gemeindegebietes. Er lässt darauf schließen, dass in dieser Gegend einst Trappen heimisch waren. Das zweite Halbwort „kamp“ bezeichnet als niederdeutsches Lehnwort ein eingehegtes Feld.

Die Großtrappe, der größte flugfähige Vogel Europas, besiedelte nur weite, offene, übersichtliche Landschaften, so wie es zu Zeiten der „Gönnebeker Heide“ der Fall war.

Die stattlichen Vögel sind vom Aussterben bedroht. In den spärlich besiedelten Landstrichen der Mark Brandenburg wurden größere Landflächen für die bedrohten Vögel käuflich erworben bzw. angepachtet, um diese schönen Vögel zu erhalten.

 

Wirtschaft in Trappenkamp

Die Wirtschaft Trappenkamps hat eine wechselvolle Ge­schich­te durchlaufen: Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein prägte noch die Aufwärtsentwicklung in der Bauwirtschaft die Struktur der Wirtschaft Trappenkamps. Diese „Mono­struktur“ erwies sich für die Gemeinde als problematisch, als die­ser Sektor in eine Krise geriet. Verloren gegangene Ar­beitsplätze konnten jedoch weitestgehend durch neue Ar­beitsplätze im gewerblich-industriellen Bereich aufge­fangen werden.

Derzeit gibt es durchaus positive, stabile und auch zu­kunfts­orientierte Beschäftigungsmuster im Bereich kleiner und mittlerer Betriebe beispielsweise in der Metallverar­beitung, im Einzelhandel, der Mineralwassergewinnung und in der Kunststoffverarbeitung.

Entwicklungsfähig ist hingegen der Dienstleistungssektor.

Ziel der Gemeinde und der Wirtschaft ist es, bestehende Betriebe zu erhalten und zu stärken sowie den Ort für die Ansiedlung neuer Betriebe so attraktiv wie möglich zu machen. Auf Grund des großen Wettbewerbs der Gemeinden untereinander ist es wichtig, weitere positive Voraussetzungen für Gewerbeansiedlung wie z.B. preiswerte Gewerbeflächen, Möglichkeiten für Weiterqualifikation von Mitarbeitern, familienfreundliches Wohnen, verbesserte Anbindung an den ÖPNV etc. zu schaffen und die vorhandenen positiven Seiten Trappenkamps nach außen zu tragen.

Das besondere an Trappenkamp ist die gute Zusammenarbeit der Unternehmen untereinander und die Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

Seit 1963 begleitet die Arbeitsgemeinschaft wirtschaftlich interessierter Kreise Trappenkamp e.v. (ARGE) die gemeindliche Kommunalpolitik mit kritischer Solidarität. Sie hat sich in vielen Bereichen - nicht nur in direktem Zusammenhang mit der Situation der örtlichen Unternehmen – für eine positive Ortsentwicklung stark gemacht.

Die ARGE hat sich aktiv dafür eingesetzt, die in Trappenkamp tätigen Betriebe zu einem Metallkompetenzzentrum aufzuwerten.

Ein sichtbares Zeichen dieser Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Gemeinde und in diesem Fall dem Erlebniswald Trappenkamp ist die Neugestaltung des Trappenkamper Tores zum Erlebniswald, die von den metallverarbeitenden Betrieben aus dem Ort erstellt wurde.

Auch durch die aktive Unterstützung des neuesten Zusammenarbeitsprojektes, der von dem Trappenkamper Unternehmen Hanse-Heemann AG und dem Erlebniswald Trappenkamp gestalteten WaldWasserWelt, hat die ARGE sich für die Entwicklung der Region eingesetzt.

 

Das Bürgerhaus

Das Trappenkamper Bürgerhaus wurde 1986 erbaut. Gleichzeitig wurde auch das Gebäude der Sparkasse Südholstein (damals noch „Kreissparkasse Segeberg“) er­richtet. Für die Planung der beiden Gebäude und des Marktplatzes war der Trappenkamper Architekt Kuno Feddersen verantwortlich. Es entstand ein harmonisches Gesamtbild des neugeschaffenen Ortsmittelpunktes.

Die Zusammenfassung der Funktionen des Bürgerhauses weicht von klassischen Rathäusern ab. Neben der Verwaltung für unsere Bürger ist das Bürgerhaus auch ein Begegnungszentrum mit Seniorentagesstätte, Räumen für die Erwachsenenbildung und Sozialstation. Die Räume stehen den örtlichen Vereinen und Verbänden für Veranstaltungen und Sitzungen offen.

Seit dem 1.1.2008 hat das Amt Bornhöved seinen Sitz nach Trappenkamp verlegt und seine Verwaltung, die nun auch für Trappenkamp zuständig ist, ist im Bürgerhaus beheimatet.

Die ehemals im Bürgerhaus ansässigen Gemeindewerke sind jetzt in der Erfurter Straße 2 und unter Telefon 04323 805448-0 zu finden.

 

Feste feiern in Trappenkamp

Im Jahreslauf gibt es eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die zum festen Bestandteil des Trappenkamper Kulturlebens geworden sind:

Im Januar begrüßt die Gemeinde Trappenkamp mit Un­terstützung durch den Bürgerverein und die Volkshochschule Bürgerinnen und Bürger beim Neujahrs­em­pfang.

Anfang des Jahres führt der Ortsverein Trappenkamp des Deutschen Roten Kreuzes ein plattdeutsches Theaterstück auf.

Im Februar findet die Prunksitzung der Fröhlichen Karnevals-Kinder statt, denn Trappenkamp ist eine der we­nigen Karnevalshochburgen in Schleswig-Holstein. Nach den tollen Darbietungen der „Flattermänner“, der „Cream­boys“ und aller anderen ehrenamtlichen Akteure wird auf der Tanzfläche geschwoft.

Jugendzentrum und Turnverein Trappenkamp e. V. (TVT) kümmern sich beim Kinder- und Jugendfasching darum, dass auch die kleineren Trappenkamper in der närrischen Zeit ihren Spaß haben.

Der Freundeskreis Waldschwimmbad organisiert zur Un­terstützung des Waldschwimmbades eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die wesentlicher Teil im Trappenkamper Kalender geworden sind. Am 21. Februar fand auf der Waldbühne das sonst eigentlich nur an der West­küste übliche Biike-Brennen statt.

Am 1. Mai wird vom Sport­schützenverein Trappenkamp e. V. der Maibaum auf dem Marktplatz aufgestellt. Mit Unterstützung durch den Freundeskreis Waldschwimmbad ist am gleichen Tag die jährliche Eröffnung des Wald­schwimmbades.

Jeweils in der zweiten Mai­hälfte veranstaltet die evan­gelische Kirchengemeinde ihr Kirchweihfest.

Am Freitag vor dem Straßenfest gibt der Musi­zier­klub Trappenkamp ein Konzert.

Das Straßenfest findet dann am ersten Juni-Wochenende statt. Feuerwehr, Verbände, Vereine, Parteien und Schulen nutzen die Gelegenheit, um mit Ständen und Informationen auf sich aufmerksam zu machen. Der Sonnabend schließt mit dem beliebten Feuerwerk.

Im Juni und im Dezember veranstalten die Wandertrappen einen Internationalen Wandertag im ErlebnisWald mit jeweils rund 500 Teilnehmern.

Im Sommer finden das Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde sowie das Sommerfest der Kindertagesstätte Arche Noah statt.

Am 17. Juli gedenkt die Gemeinde beim Dämmerschoppen auf gemütliche Weise dem Termin 17. Juli 1946, an dem die britische Besatzungsmacht entschied, die Ge­bäude des Trappenkamper Sperrwaffenarsenals nicht zu sprengen. Dieses Datum ist also die eigentliche Ge­burtsstunde des Ortes Trappenkamp.

Im August treffen sich „Raver“ aus nah und fern in Trap­penkamp: Der von den Jungunternehmern Trappenkamps (jut´s) organisierte Streetmove ist inzwischen der größte „Move“ in Norddeutschland. Tausende säumen den Weg der Trucks quer durch Trappenkamp und lauschen der dröhnenden Techno-Musik.

Ebenfalls im August veranstalten Gemeinde, TVT, Ju­gendzentrum und Freundeskreis die Schwimmbadwoche im Waldschwimmbad, die mit dem Schwimmbadfest ihren Abschluss und Höhepunkt hat.

Ende August findet der Schützenball des Sportschützenvereins statt.

Im September führt die Laufgemeinschaft Trappenkamp e. V. ihren jährlichen Waldlauf im ErlebnisWald durch.

Die Arbeiterwohlfahrt Trappenkamp (AWO) kümmert sich mit vielen Veranstaltungen und Ausfahrten um die älteren Trappenkamper. Einmal jährlich wird die große Seniorenausfahrt durchgeführt, die schon eine über 40-jährige Tradition hat. Autofahrer aus Trappenkamp stellen sich mit ihren Fahrzeugen kostenlos zur Verfügung, um den Senioren eine Ausfahrt zu einem schönen Ausflugsziel zu ermöglichen.

Im Oktober organisiert die AWO im Bürgerhaus den Herbstmarkt, einen bunten Basar mit schöner Handarbeitskunst.

Wenn die Tage immer früher dunkel werden, freuen sich die Kleinen schon auf das Laterne-Laufen. Die beiden größten Laternenumzüge veranstalten die Freiwillige Feuerwehr Trappenkamp und die Kindertagesstätte Pusteblume.

Ende November ist es Zeit, den Tannenbaum auf dem Marktplatz aufzustellen. Er wird von Kindern der drei Kindertagesstätten mit selbstgebastelten Sternen ge­schmückt. Der Freundeskreis Waldschwimmbad verschönert die beginnende Adventszeit mit dem Weih­nachts­markt.

Die Seniorenweihnachtsfeier im Dezember bildet dann den Abschluss des Veranstaltungsjahres.

 

 

Wappenbeschreibung


Die Gemeinde erhielt ihr Wappen im Jahre 1971. Das Motiv gehört zu den Heroldsbildern des Mittelalters. Mit dem Motiv wird auf die Entwicklung des Ortes hingewiesen: Das Grün symbolisiert den Wald, der den Ort umschließt, die goldene Spitze den aufstrebenden Ort.

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